Dossier

Das Altersvorsorgedepot ab 2027

Stand
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Die staatlich geförderte private Altersvorsorge ist reformiert worden. An die Stelle der Riester-Rente treten neue Produkte, und die steuerliche Förderung wird erstmals auch für ein Depot ohne Garantie geöffnet. Die neuen Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden.

Diese Seite gibt den Stand wieder, den die unten genannten offiziellen Quellen zum angegebenen Abrufdatum hergeben. Sie ist eine allgemeine Information und keine individuelle Anlageberatung.

Wo die Quellen etwas nicht hergeben, steht es hier auch nicht. Solche Stellen sind im Text als offene Frage benannt, statt sie zu füllen. Die Reform ist jung; einzelne Angaben können sich bis zum Produktstart noch ändern.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, bei der die Förderung erstmals auch ohne Garantie gewährt wird.

Es ist der zentrale Bestandteil einer Reform, die die Riester-Rente durch neue Produkte ersetzt.

Angeboten werden sollen die neuen Produkte ab dem 1. Januar 2027.

Die Reform hat das übliche Gesetzgebungsverfahren durchlaufen: Kabinett, Bundestag, Bundesrat. In Kraft getreten ist sie bereits; wirksam für Sparerinnen und Sparer wird sie aber erst mit der Umsetzung, weil es die neuen Produkte vorher nicht zu kaufen gibt.

Zwischen Inkrafttreten und Produktstart liegt damit ein reichliches halbes Jahr. Wer heute vor einer Entscheidung steht, entscheidet also noch über bestehende Produkte — mit dem Wissen, dass daneben etwas Neues entsteht.

Angaben laut Quelle

Beschluss des Bundeskabinetts
17. Dezember 2025 Quelle: Bundesregierung
Beschluss des Deutschen Bundestages
27. März 2026 Quelle: Bundesregierung
Zustimmung des Bundesrates
8. Mai 2026 Quelle: Bundesregierung
Inkrafttreten der Reform
Ende Mai 2026 Quelle: Bundesregierung
Umsetzung, neue Produkte verfügbar
1. Januar 2027 Quelle: Bundesregierung

Wer ist förderberechtigt?

Neben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sollen künftig auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende von der staatlichen Förderung profitieren können.

Die Zulage bemisst sich nach der eingezahlten Summe; für Kinder und für einen frühen Einstieg gibt es zusätzliche Beträge.

Maßgeblich ist der Gesetzestext, nicht diese Seite — die Angaben unten geben den Stand der Primärquelle wieder.

Die Zulagenförderung ist gestaffelt: Auf den ersten Teil der jährlichen Einzahlung fällt sie höher aus als auf den zweiten. Oberhalb einer Grenze steigt die Zulage nicht weiter, auch wenn weiter eingezahlt werden kann.

Für Familien ist die Kinderzulage der größere Hebel. Die Primärquelle nennt dafür einen vergleichsweise niedrigen monatlichen Sparbeitrag, ab dem die volle Zulage gewährt werden soll.

Was die Förderung im Einzelfall wert ist, hängt von Einkommen, Kinderzahl und der eigenen Steuersituation ab. Diese Rechnung gehört in ein Gespräch und nicht auf eine Website.

Angaben laut Quelle

Zulage je Spar-Euro bis 360 Euro Einzahlung im Jahr
50 Cent Quelle: Bundesregierung
Zulage je Spar-Euro darüber hinaus bis 1.800 Euro
25 Cent Quelle: Bundesregierung
Grundzulage
540 Euro im Jahr Quelle: Bundesregierung
Kinderzulage
300 Euro je Kind und Jahr, voll ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat Quelle: Bundesregierung
Berufseinsteigerbonus bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag
einmalig 200 Euro Quelle: Bundesregierung
Einzahlung darüber hinaus möglich, ohne höhere Zulage
bis 6.840 Euro im Jahr Quelle: Bundesregierung

Welche Chancen und Risiken entstehen ohne Garantie?

Ohne Garantie kann das eingezahlte Geld am Kapitalmarkt angelegt werden, was höhere Renditechancen eröffnet.

Dieselbe Eigenschaft ist das Risiko: Der Wert schwankt, und Verluste sind möglich.

Die BaFin fasst den Zusammenhang so zusammen, dass mit der in Aussicht gestellten Rendite auch das Verlustrisiko wächst.

Eine Garantie ist kein kostenloser Zusatz. Wer zusagt, dass am Ende mindestens die Einzahlungen zur Verfügung stehen, muss vorsichtiger anlegen — und gibt damit einen Teil der Ertragschance auf. Der Verzicht auf die Garantie dreht dieses Verhältnis um.

Ob dieser Tausch für Sie aufgeht, hängt vor allem an der verbleibenden Zeit und daran, wie viel Schwankung Sie aushalten, ohne in einer schwachen Phase zu verkaufen. Beides ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der eigenen Lage.

Eine Aussage darüber, welches Ergebnis am Ende steht, gibt es bei einem Depot ohne Garantie nicht — weder hier noch von einem Anbieter.

Was geschieht mit bestehenden Riester-Verträgen?

Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und können weiter bespart werden; eine automatische Kündigung oder Umwandlung ist nicht vorgesehen.

Ab 2027 sollen keine Verträge nach dem alten Riester-Modell mehr abgeschlossen werden können.

Ein Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot soll freiwillig möglich sein.

Für Bestandskunden ändert sich damit zunächst nichts, was sie tun müssten. Die Frage ist nicht, ob der Vertrag bestehen bleiben darf, sondern ob er weiterhin der passende Platz für die Sparrate ist.

Die Primärquelle nennt außerdem, dass der Anbieterwechsel künftig erleichtert werden soll. Was ein Wechsel im Einzelfall bedeutet — für angesparte Guthaben, für zugesagte Garantien und für die Kosten —, sagt sie nicht. Das ist eine der Stellen, an denen diese Seite bewusst schweigt.

Welche Unterschiede bestehen zwischen Depot, Garantieprodukt und Standardprodukt?

Das Depot verzichtet auf eine Garantie und setzt auf die Chancen des Kapitalmarkts; Garantieprodukte bleiben für ein höheres Sicherheitsbedürfnis weiter abschließbar.

Daneben entsteht ein kostengünstiges Standardprodukt, das bei jedem Anbieter von Altersvorsorgeprodukten verfügbar sein soll.

Die drei Wege unterscheiden sich also nicht im Ziel, sondern darin, wie viel Sicherheit gegen wie viel Ertragschance eingetauscht wird.

Das Standardprodukt ist als Orientierungshilfe gedacht: eine Lösung, die es überall gibt und deren Kosten nach oben begrenzt sind. Für wen sich der Blick darüber hinaus lohnt, ist eine Frage der eigenen Ansprüche und nicht der Produktkategorie.

Wie ein Garantieprodukt wirkt, lässt sich am bisherigen Riester-Modell ablesen: Die BaFin beschreibt es als Produktgruppe, bei der eingezahlte Beiträge und staatliche Zulagen grundsätzlich garantiert sind, und ordnet es Menschen zu, die schon bei Vertragsbeginn wissen möchten, womit sie im Alter mindestens rechnen können.

Diese Beschreibung gilt der bisherigen Riester-Rente. Wie die künftigen Garantieprodukte im Einzelnen ausgestaltet werden, ergibt sich aus dem Gesetzestext und den Produktbedingungen — sie liegen noch nicht vor.

Angaben laut Quelle

Kostenobergrenze beim Standarddepot
1,0 Prozent Quelle: Bundesregierung

Welche Rolle spielen Fonds und ETFs?

Die Förderung wird für ein Depot geöffnet, in dem Kapitalanlagen mit höheren Renditechancen möglich sind; die Primärquelle nennt als Beispiel global gestreute Aktien in Form von ETFs.

Fonds und ETFs sind damit die Werkzeuge im Depot und nicht das Produkt selbst.

Welche Anlagen im Einzelnen zulässig sind, ergibt sich aus dem Gesetzestext und den Produktbedingungen.

Für die Auswahl gilt dann dasselbe wie bei jedem anderen Depot: Nicht die Bauform entscheidet, sondern was darin enthalten ist, zu welchen Kosten und mit welcher Aufgabe. Ein breit streuender Index und ein Branchenindex sind beide ETFs und haben wenig miteinander zu tun.

Die BaFin zählt Wertpapierfonds und ETFs ausdrücklich zu den Produkten, die sich für die private Altersvorsorge eignen können, und verweist im selben Atemzug auf die Grundregeln der Geldanlage. Beides gehört zusammen.

Wie funktionieren Anspar- und Auszahlungsphase?

In der Ansparphase wird laufend eingezahlt, und die staatliche Zulage kommt hinzu.

Für die Auszahlungsphase ist mehr Flexibilität vorgesehen: Neben lebenslangen Renten sollen auch Zeitrenten angeboten werden.

Wie eine Auszahlung im Einzelnen besteuert wird, sagt die Primärquelle nicht.

Der Unterschied zwischen den beiden Auszahlungsformen ist der zwischen zwei Fragen. Eine lebenslange Rente beantwortet die Frage, was passiert, wenn das Geld länger reichen muss als gedacht. Eine Zeitrente zahlt über einen festgelegten Zeitraum und lässt dafür mehr Spielraum.

Welche Form im Alter passt, entscheidet sich nicht heute. Sie hängt davon ab, welche anderen Einkünfte dann bereits laufen — und die kennt beim Abschluss niemand.

Für wen kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein?

Sinnvoll ist ein Gespräch dort, wo die allgemeine Antwort aufhört: bei einem bestehenden Riester-Vertrag, bei knapper Restlaufzeit oder wenn unklar ist, wie viel Schwankung tragbar ist.

Die BaFin weist darauf hin, dass jedes Produkt Vor- und Nachteile hat und die passende Lösung von der persönlichen Lebenssituation und der Anlagestrategie abhängt.

Genau diese Einordnung leisten wir im Erstgespräch — ergebnisoffen und ohne Vorfestlegung auf ein Produkt.

Was ein Erstgespräch nicht ist: eine Empfehlung auf Zuruf. Wir sehen uns Ihre Ausgangslage an, ordnen die Möglichkeiten ein und sagen auch, wenn aus unserer Sicht kein Handlungsbedarf besteht.

Solange die neuen Produkte nicht angeboten werden, geht es dabei nicht um einen Abschluss, sondern um die Vorbereitung: Welche Verträge bestehen, was sie leisten, und woran sich zum Produktstart entscheiden lässt, ob ein Wechsel überhaupt zur Debatte steht.

Quellen

  1. Bundesregierung: Fragen und Antworten: Private Altersvorsorge reformiert (extern), abgerufen am
  2. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Altersvorsorge (extern), abgerufen am

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